Immer eine Handbreit Wasser über Kiel

Ach, Kiel...

Ach, Kiel…

Darf man einer Stadt den Untergang wünschen, nur weil sie ästhetisch unter die Stränge schlägt und nachweislich Augenkrebs verursacht?
Neben wirklich netten Einwohnern trifft man in Kiel auf enorm unattraktive Wohnsiedlungen, ein Rotklinker(!)-Schloss, das selbst bei größter Zuneigung nicht so genannt werden sollte und eine Stadtsilhouette, die wirkt, als hätte sich Hertie in den 60ern an einer Musterstadt der Warenhauskultur versucht.
Segler wünschen sich „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“, der gleichnamigen Stadt wünscht man eher eine Handbreit Wasser darüber. Die netten Kieler sollten vorher natürlich anderswo Zuflucht gefunden haben. Handbreit!

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Non Prophet Organisation

Nowar Laavs Non Prophet Organisation

Wenn man die Welt im hysterischen Kontext sieht, ist sie nicht gerade als Ort der Mäßigung und des Gleichmuts aufgefallen. Verkünder außerweltlicher Botschaften, Propheten aller Glaubensgemeinschaften haben eine derart miese Erfolgsbilanz, daß man sie womöglich einfach durch Denken und Verständnis für einander ersetzen könnte.
Da fällt mir ein: passt eigentlich der Wahrheitsanspruch „Gott ist groß“ zu einer Glaubensgemeinschaft?. „Gott ist groß, äh glaube ich…“ klänge viel weniger bedrohlich und täte es doch auch.

Insofern…

– Liebe Moslems: muss man wegen jeder Kleinigkeit in die Luft gehen?
– Liebe Juden: gibt es denn keinen besseren Namen für euren Verkünder als Messi As…?
– Liebe Christen: weniger Kreuzzüge und mehr Selbstkritik wären schon möglich gewesen, oder?

Kompression rausnehmen und Nowar Laav’s Non Prophete Organisation unterstützen. Seid nett!

 

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Nachlese

Der Spatz (Helma Sperling) hat souverän „gezwitschert“ und eine entspannte Lesung im hübschen Café Strandvilla am Timmendorfer Strand veranstaltet. Das war genau so witzig und nett, wie man es erwarten darf, wenn es bereits ab 11.00 Uhr morgens den ersten Alkohol gibt.
Die lokale Presse – der Strandblick – war dabei:

Strandblick

Strandblick

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Lesung am Sonntag, 17.08.2014, 11:00 Uhr

5. August 2014 2 Kommentare
Lesung in der Strandvilla

Lesung in der Strandvilla

Es gibt keinen schöneren Ort für diese Lesung aus „wie man einen Fisch ertränkt“: das wunderbare Café Strandvilla am Timmendorfer Strand (Hafen Niendorf) mit Ostsee- und Hafenblick!
Und es gibt keine bessere Vortragende: die Germanistin und Kulturschnepfe Helma Sperling aus Bochum verspricht uns beste Unterhaltung.
Und zuletzt gibt es keinen besseren Preis: der Eintritt ist frei!

Wer sich jetzt immer noch über etwas an diesem Angebot beschweren will, wird direkt an mein neues FIST-TO-FACE customer care Programm verwiesen.

Auszug aus “wie man einen Fisch ertränkt” – das Tagebuch

3. Juni 2014 2 Kommentare

Mutters Tagebuch

Mutters Tagebuch

»Du hast Mamas Tagebuch geklaut! Ich meine, ich kann nicht glauben, dass du das getan hast. Ein geheimes Tagebuch! Vom Psychologen geklaut!!!«
Hakan räusperte sich unbehaglich. »Lag da ja einfach so herum. Das war doch wie eine Aufforderung!«
»Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du es aus einer Schublade in Mamas Wohnzimmerschrank genommen?«
»Ja, aber da lag es quasi unverborgen. Fast obenauf in der mittleren Schublade. Sie hatte nur einen Seidenschal oder so daraufgelegt. Das ist doch wie ein Aufruf, wie eine stille Bitte, endlich mit der Geheimniskrämerei aufzuhören. Ein kalkuliertes Risiko mit erwartetem Schadenseintritt, sozusagen.«
»Eine Schandtat, wenn du mich fragst.«
Hakan sah mich fragend an. »Du willst also nicht reinschauen?!«
Ich sah erneut auf das Buch. Dunkel verfärbtes, Leder. Speckig und abgegriffen vom vielen Gebrauch. Und seltsam schwer war es auch. Unzeitgemäß und ungewöhnlich auch in seinem übergroßen Format, das mehr an das Handelsbuch eines frühen Kaufmannes erinnerte als an ein Tagebuch, das einen bequem begleitet, wohin man auch geht.
»Das hab ich nicht gesagt. Jetzt, wo das Tagebuch schon einmal da ist, sollte ich auch hineinsehen. Ist es denn aus der richtigen Zeit?«

Wet-At-Home

Entscheiden Sie selbst, wo Sie sich einnässen!

Entscheiden Sie selbst, wo Sie sich einnässen!

Deutschland überaltert, schreiben die Medien. Und eine alternde Gesellschaft verlangt nach Anpassungen. Das von einem 70 jährigen Triathleten hin geschmetterte »man ist doch nur so alt, wie man sich fühlt« wirkt abgenutzt und aus der Zeit gefallen. »Man ist so kalt, wie man sich fühlt« aus dem Munde eines teilmobilen 95 jährigen wirkt da schon deutlich selbstreflektierter.
Kein Grund zur Besorgnis besteht bei Unternehmen und Handelstreibenden im Umgang mit der Zeitenwende, sofern sie sich entsprechend anpassen. Aus dem Wettanbieter Bet-At-Home wird der Seniorenpflegedienst Wet-At-Home (entscheiden Sie selbst, wo sie sich einnässen!) und die Sache läuft. Bleibt zuversichtlich!

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Die Schlacht wird am Urinal entschieden

5. Mai 2014 1 Kommentar
Tatort

Tatort

Männer rühmen sich ja gerne ihrer Präzision und Sorgfalt, die sie an entscheidender Stelle aber missen lassen: Am Urinal, Pissoir, zu Deutsch Pinkelbecken.
Für viele haben diese tollen Sanitärgeräte nur indikativen Charakter und dienen ausschließlich als Orientierungshilfe für die grobe Richtung des Strahls. Riesenpfützen vor den Keramikschalen belegen dieses Missverständnis. Warum sich die Verantwortlichen überhaupt die Mühe machen, den Toilettenraum zu betreten und nicht beim ersten WC-Anzeigeschild einfach lässig in die vorgegebene Richtung halten, ist mir unbegreiflich. Im Ergebnis gleich, steht der Urin an jedem Fleck in der Nähe des Toilettenraumes-… außer vielleicht im Urinal.
Die Entschuldigungen zu kurz, zu kraftlos, zu zittrig können das Ausmaß des Phänomens nicht erklären. Meine Theorie über den üblichen Hergang: ein etwas fahriger Besucher kommt ins Gespräch mit seinem Nebenmann, zieht abgelenkt leicht links vorbei und legt den Grundstein. Der Nächstkommende versucht der Pfütze auszuweichen, vergrößert den Abstand und packt die Distanz nicht mehr. Der Übernächste muss aufgrund der nun vergrößerten Pfütze noch weiter weg bleiben und so beginnt der Teufelskreis. Konzentriert Euch, Männer!

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Aus Anker-Apotheke wird Panda-Apotheke

Pandas willkommen!

Pandas willkommen!

Ein tolles Beispiel für die Anpassungskräfte des Marktes, gesehen in Travemünde: aus der Anker-Apotheke wird die Panda-Apotheke.
Eine sorgfältige Zielgruppenanalyse hatte ergeben, daß die einseitige Ausrichtung auf Anker auch zukünftig keinen Erfolg verspräche. Anker sind unbeweglich, schmerz- und einkommenslos und damit alles andere als Wunschkunden. Konsequent nur, jetzt das Ruder herumzureißen und sich stattdessen ganz auf putzige, kleine Bären zu konzentrieren.

Die Panda-Apotheke

Die Panda-Apotheke

Auch für Travemünde ein Gewinn, wenn demnächst ganze Gruppen etwas verschlafen wirkender Knuddelbären durch die Einkaufsstraße ziehen, um sich in der Panda-Apotheke mit dem Nötigsten zu versorgen.
Viel Glück für den Neustart!

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Praktikum

Schulpraktikum

Schulpraktikum

Erneut war es mein jüngerer Sohn, der mich aus der Komfortzone riss. In sechs Wochen müsse er ein Schulpraktikum absolvieren und da frage er sich, ob er nicht ein bisschen spät dran wäre mit einer Bewerbung.
„Hättest Du in sechs Wochen gefragt, hätte ich zugestimmt – aber so… lässig!“, versuchte ich ihn abzuwimmeln.
Leider sah er weiteren Redebedarf: „Ich dachte, ich bewerbe mich bei der Lufthansa als Pilot!“, faselte er.
„Hmm“, brummelte ich uninteressiert. „Spitzenidee, Sohn!“
„Ja?“, fragte er hoffnungsvoll. „Dann sollte ich vielleicht noch dazuschreiben, dass ich gerne Fernziele übernehmen würde und mich besonders Singapur, Rio und Bombay interessieren.“
Ich schüttelte irritiert den Kopf. „Meine Güte, Sohn, was ist mit Dir nicht in Ordnung? Erstens heißt Bombay jetzt Mumbai, was ein Pilot schon irgendwie wissen-…“
„-…Warum, weil ich unterwegs nach dem Weg fragen muß?!“
„Das auch, aber wichtiger: Du hast vergessen Deine Größe anzugeben. Die müssen doch wissen, welche Uniform sie für dich herauslegen müssen!“
Das leuchtet ihm ein und so gingen wir versöhnlich auseinander. Ein schönes Gefühl, helfen zu können.

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Temperatursturz

Temperatursturz

Temperatursturz

Heute Morgen kam im Fernsehen die erschütternde Nachricht von einem heftigen Temperatursturz. Wenn etwas derart altes wie die Temperatur erst einmal stürzt, dann wird das mit dem wieder Hochkommen lange nichts. Wenn überhaupt noch mal. Man kennt ja den Ablauf ab einem gewissen Alter: ein eigentlich harmloses Sturz, Oberschenkelhalsbruch, Bettlägerigkeit, Lungenentzündung und Schluss ist!
Dann bliebe es so kalt wie es jetzt ist und das will ich mir nicht einmal vorstellen. Was also tun? Zuspruch und Mitgefühl sollen manchmal Wunder wirken:
„Kopf hoch, Temperatur, das wird schon wieder. Morgen sieht die Welt ganz anders aus. Da scheint die Sonne wieder, die Vögel zwitschern…“
Das könnte aber auch nach hinten losgehen. Schließlich weiß die Temperatur als kleine Schwester der Sonne viel besser, ob diese morgen wirklich scheinen will oder nicht. Und sowieso kann derart bekundetes Mitgefühl auch dafür sorgen, daß die Temperatur im Selbstmitleid versinkt. Womöglich sollten wir ihren Schmerz deshalb einfach herunterspielen und sie auf ganz andere Art anpacken:
„Jetzt jammere hier nicht lange rum, Temperatur! Hoch mit Dir! Quäl Dich!“

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